Der Katechismus spricht danach von der abschlieβenden Läuterung : die Kirche nennt diese abschließende Läuterung der Auserwählten, die von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden ist, Purgatorium Fegfeuer. Sie empfiehlt auch Almosen, Ablässe und Buβwerke zugunsten der Verstorbenen.

Der dem Evangelium und der Überlieferung treue Katechismus lehrt, dass es eine Hölle gibt. In Todsünde sterben, ohne diese bereut zu haben und ohne die barmherzige Liebe Gottes anzunehmen, bedeutet, durch eigenen freien Entschluss für immer von ihm getrennt zu bleiben. Diesen Zustand der endgültigen Selbstausschlieβung aus der Gemeinschaft mit Gott und den Seligen nennt man „Hölle“. Die Aussagen der Heiligen Schrift und die Lehren der Kirche über die Hölle sind eine Mahnung an den Menschen, seine Freiheit im Blick auf sein ewiges Schicksal verantwortungsvoll zu gebrauchen. Sie sind zugleich ein eindringlicher Aufruf zur Bekehrung. Niemand wird von Gott dazu vorherbestimmt, in die Hölle zu kommen ; nur eine freiwillige Abkehr von Gott (eine Todsünde), in der man bis zum Ende verharrt, führt dazu. Bei der Eucharistiefeier und in den täglichen Gebeten ihrer Gläubigen erfleht die Kirche das Erbarmen Gottes, der „nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern das alle sich bekehren“(2 Petr 3,9). Der Himmel ist die frohe Botschaft, die wir zu verkündigen haben, aber die Hölle existiert und wir sollen den Glauben der Kirche treu weitergeben wie unsere Liebe Frau in Fatima ihn den drei Kindern weitergegeben hat.

Der Katechismus schlieβt mit dem Letzten Gericht : Im Angesicht Christi, der die Wahrheit ist, wird die wahre Beziehung jedes Menschen zu Gott endgültig offengelegt werden (Joh 12, 49). Das Letzte Gericht wird bis in die äußersten Folgen an den Tag bringen, was jeder während seines Erdenlebens an Gutem getan oder nicht getan hat. Der Vater allein weiß den Tag und die Stunde der Wiederkunft Christi und des Letzten Gerichts. Das wird die Stunde der Überlieferungsvollendung sein. Das Letzte Gericht wird zeigen, dass die Gerechtigkeit Gottes über alle Ungerechtigkeiten, die von seinen Geschöpfen verübt wurden, siegt, und dass seine Liebe stärker ist als der Tod (Hld 8, 6). Das Letzte Gericht ist nicht zu fürchten, sondern zu erhoffen mit dem neuen Himmel und der neuen Erde. Wenn Gott alles neu macht (Offb 21, 5), im himmlischen Jerusalem, wird der Tod nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Für den Menschen wird in dieser Vollendung voll und ganz die Einheit des Menschengeschlechtes hergestellt sein, die von Gott seit der Welterschaffung gewollt wurde und deren „Sakrament“ gleichsam die pilgernde Kirche war (LG 1). Die beseligende Schau, in der sich Gott den Auserwählten unerschöpflich öffnet, wird die nie versiegende Quelle von Glück, Frieden und Gemeinschaft sein. Was den Kosmos angeht :das sichtbare Universum ist ebenfalls dazu bestimmt, umgewandelt zu werden. Die Nummer 1049 fordert uns dazu auf, die Füße auf der Erde und das Herz im Himmel zu haben : die Erwartung der neuen Erde darf die Sorge für die Gestaltung dieser Erde nicht abschwächen, sondern muss sie vielmehr ermutigen.

Denken wir über das Amen am Schluss des Credos nach. Es greift somit die zwei ersten Worte -“ich glaube“- wieder auf und bekräftigt sie : Glauben heißt, zu den Worten, den Verheißungen, den Geboten Gottes „Amen“ sagen, sich ganz auf den verlassen, der das Amen unendlicher Liebe und vollkommener Treue ist. Das christliche Alltagsleben wird dann das „Amen“ auf das „ich glaube“ des Glaubensbekenntnisses unserer Taufe sein. Jesus-Christus selbst ist das „Amen " (Offb 3, 14). Er ist das endgültige Amen der Liebe des Vaters zu uns ; er übernimmt und vollendet unser Amen an den Vater.

Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. AMEN.